Esskalation an der Generalversammlung der Discibles Escoffier

Im Jahreskalender zahlreicher Vereine steht jeweils im Frühling ein Termin an, welcher für jedes Mitglied interessant sein dürfte: Die Generalversammlung. Auch wir sind engagierte Mitglieder in diversen Vereinen. Kein Wunder also, dass auch uns vor einiger Zeit ein solches Einladungsschreiben erreicht hat. Konkret ging diese an Nadia, welche als „Amis“ zur Generalversammlung der Disciples Escoffier eingeladen wurde. Also schnappten wir ihre blaue Schärpe, sowie auch die Einladung und machten uns am Sonntag Morgen um 06:00 Uhr auf den Weg nach Genf.

Die Disciples Escoffier haben es sich zum Ziel gesetzt, den guten Ruf und die Tradition der französischen Küche nicht nur zu erhalten, sondern an die nächsten Generationen weiterzugeben. Ganz im Sinne des Auguste Escoffier, der sagte: „Die Kochkunst wird sich entwickeln, ohne dabei aufzuhören, Kunst zu sein.“. So treffen sich die Disciples Escoffier nicht nur regelmässig zu so genannten „Chapitre“. Sie organisieren mit „Young Talent“ einen nationalen Koch- und Servicewettbewerb, bei dem junge Fachkräfte im 2. oder 3. Lehrjahr teilnehmen können. Der „Young-Talent“ Wettbewerb fördert das Engagement des Branchennachwuchs und zeigt, dass die Gastronomie mehr zu bieten hat als den Dienst im Lokal. So passiert es auch nicht selten, dass es die Mitglieder der Disciples Escoffier ihren Schützlingen ermöglichen, ein Praktikum im Restaurant eines anderen Vereinsmitgliedes zu absolvieren. Branchenförderung par excellence!

Die Generalversammlung in Genf hatte einiges zu bieten. Natürlich folgte auch diese GV zuerst einmal dem vorgegebenen Aufbau einer GV, in dem sämtliche der vorab versendeten Traktanden besprochen und verabschiedet werden mussten. 

Am Ende gab es erfreulicherweise einige Neuzugänge zu feiern. Ganze elf Introhnisierungen wurden durchgeführt: 1 violette Schärpe (Service, welche die Arbeit der Küche vollenden), 3 blaue Schärpen (Freunde der Disciples Escoffier) und 7 rote Schärpen (Köche, welche die Materie verarbeiten). Dabei wird zuerst für jede Person, die im Kreis der Disciples Escoffier aufgenommen wird, eine kleine Laudatio gehalten. Diese zeigt allen Mitgliedern auf, wer der Neuzugang ist und warum die Person sich den entsprechenden Mitgliederstatus verdient hat. Um das Aufnahmeritual abzuschliessen, erhält das neue Mitglied mit einem grossen, hölzernen Kochlöffel einen zünftigen aber liebevollen Klaps durch den Präsidenten Pierre Alain Favre.  

Was das Schöne an den Anlässen des Escoffier ist: Hier trifft sich in erster Linie nicht der Küchenchef eines altehrwürdigen Traditionsbetrieb mit dem Inhaber eines jungen Startups oder der Food&Beverage Manager einer Restaurantkette auf den Verkaufsleiter eines grossen Zulieferers. Es Treffen sich Theo und Andy, die über die grössten „Weisst du noch“-Momente aus allen Bereichen oder über die unglaublichsten Zufallsbegegnungen ihres Lebens sprechen. Man baut Bekanntschaften auf, die sich zu Freundschaften entwickeln. Dies in einem Rahmen, in dem exquisite Kochkunst zelebriert und gefördert wird. Ganz im Sinne des Auguste Escoffier.

Beitrag teilen:

Esskalation